15 Okt

Dialog in Tunesien – Friedensnobelpreis für Dialogprozess

Die Freude über die diesjährige Friedensnobelpreisverleihung ist auch in Bramsche groß. Damit wurde erstmals diese hohe Auszeichnung für ein konkretes Dialogprojekt verliehen. Das in Bramsche beheimatete Deutsche Institut für Dialogprozess-Begleitung der Adolf-Reichwein-Gesellschaft (ARG) ist mit dem tunesischen Dialogprozess durch die Mitarbeit im internationalen Vorstand des European Network for Dialogue Facilitation (ENDF) verbunden. Im Rahmen des ENDF nehmen unsere Experten an der Ausbildung von Dialogprozess-Begleitenden teil. Tobias Hartkemeyer stellte als Vorsitzender der Adolf-Reichwein-Gesellschaft vor allem die Strahlkraft von Dialogprozessen angesichts der vielen Zuspitzungen weltweiter Konfliktlagen heraus – im arabischen Raum, in der Ukraine Krise, aber auch im Umgang mit der aktuellen Flüchtlingsthematik. Zwar sei der Dialogprozess nicht als Konfliktlösungsmodell entwickelt worden, aber er führe zur Herausbildung entsprechender Haltungen, die für die Verhinderung von Konflikten und die Wirkung von Konfliktlösungsstrategien unverzichtbar seien. Der Philosoph Mohamed Adel Mtimet, Wissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Gabes, Tunesien, koordiniert dieses Ausbildungsprojekt in Tunesien und betont anlässlich der Preisverleihung, wie wichtig es für sie sei, dass ihre Dialogarbeit überregional wahrgenommen und anerkannt würde.

Die Präsidentin des European Network for Dialogue Facilitation (ENDF), Frau Dr. Heidemarie Wünsche-Piétzka, wird in den nächsten Tagen wieder nach Tunesien fahren, um die weiteren Schritte zur Stabilisierung des dortigen Dialogprozesses über die Fortbildung von Prozessbegleitenden abzustimmen. In den nächsten Wochen wird auch das Buch „Dialogische Intelligenz – Aus dem Käfig des Gedachten in den Kosmos gemeinsamen Denkens“ der Autoren Martina, Johannes und Tobias Hartkemeyer mit einem aktuellen Beitrag der Partner über den vom Nobel-Komitee in Oslo ausgezeichneten tunesischen Dialogprozess erscheinen. Die tunesischen Partner möchten dieses Buch gern als Grundlagenwerk für die Begleitung von Dialogprozessen auf unterschiedlichen Ebenen ins Arabische und Französische übersetzt haben.

Das nächste Seminar in Tunesien startet am 23.10.2015

Link zum Radiointerview mit Dr. Heidemarei evWünsche Pietzka vom 15.10.2015:

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